Chronik - Musikkapelle Leutasch

Musikkapelle Leutasch

Chronik der MK-Leutasch

200 Jahre alt ist die Musikkapelle Leutasch und zählt somit zu den ältesten Musikkapellen Tirols. Gegründet wurde sie von der Kooperation Johann Gstir. 40 Jahre lang, von 1925 bis 1965, gab es zwei Musikkapellen: in Unterleutasch und in Oberleutasch. Beide schlossen sich zu der jetzt bestehenden Musikkapelle zusammen, die momentan 50 aktive Musikanten zählt und deren musikalisches Niveau vor allem durch die letzten zwei Kapellmeister (Prof. Mag. Dr. Karl Braito und Ernst Ganglberger) stetig verbessert werden konnte.

Erstes Foto der Oberleutascher Musikkapelle, 1895
Erstes Foto der Oberleutascher Musikkapelle, 1895

Man schreibt das Jahr 1813, als der damalige Hilfspriester und Lehrer in Oberleutasch, Johann Gstir, zusammen mit musikbegeisterten Leutaschern die "Bürgermusikkapelle Oberleutasch" gründete, wie sie offiziell hieß. Fast jede Familie war in der kleinen Gemeinde irgendwie mit der Musik verbunden. Und genauso wie heute, war die Musikkapelle auch damals fest in der Bevölkerung verwurzelt. Sie stellte sich denn auch vorbildlich hinter die Initiative des Kooperators und unterstützte den neuen Verein bei der Anschaffung der nötigen 21 Instrumente, die insgesamt 70 Gulden kosteten. Die Summe wurde durch den Geistlichen und durch Spenden der Leutascher Bevölkerung aufgebracht, verrät das Pfarrarchiv. Für die Ausbildung der Musikanten sorgte Johann Gstir persönlich; er legte schon damals Wert auf eine gediegene Jugendarbeit. Ein Arbeitsschwerpunkt, der sich bezahlt machen sollte. Immerhin hat sich die Musikkapelle in all diesen Jahren zu einem stattlichen Verein entwickelt, der nun samt Kapellmeister, Marketenderinnen, Fahnenträger und Trommelzieher 54 aktive Mitglieder zählt, allen bisherigen Wirrnissen getrotzt hat und aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist. Mit Stolz wird in der Plateaugemeinde erwähnt, dass Leutasch auch in Krisen- und Kriegszeiten nie ohne Musikkapellewar und diese heute erster Kulturverein des Ortes ist.

Musikkapelle Oberleutasch, 1926
Musikkapelle Oberleutasch, 1926
Musikkapelle Unterleutasch
Musikkapelle Unterleutasch

Wohl unbestritten ist, dass die positive Entwicklung eines Vereins maßgeblich auf der Qualität der führenden Funktionäre beruht. Stehen der Musikkapelle ein rühriger Obmann und ein fachkundiger Kapellmeister vor und engagieren sich die Musikanten, so floriert auch das Vereinsleben. Der Vereinsentwicklung nach hatte die Leutascher Musik Glück mit ihren Obmännern und Kapellmeistern.

Hier die Namen und "Dienstzeiten":

Kapellmeister:

  • Ignaz Nairz vom Lipp, bis 1841
  • Josef Neuner vulgo Melcher, genannt "der alte Lehrer", von 1841 bis 1874
  • Josef Moser, von 1874 bis 1894
  • Franz Schlögl, von 1894 bis 1896
  • Paul Nairz vom Lipp, von 1896 bis 1926
  • Moritz Neuner, von 1926 bis 1932
  • Hans Ripfl vom Lipp, von 1932 bis 1937
  • Troyan, von 1937 bis 1938
  • Müller Welten, von 1939 bis 1942
  • Moritz Neuner, von 1943 bis 1947
  • Kapellmeister Engl, 1948
  • Wilfried Heiss, von 1949 bis 1951
  • Richard Hold, von 1951 bis 1952
  • Gottlieb Moser, von 1952 bis 1953
  • Hermann Schöpf, von 1953 bis 1959
  • Gottlieb Moser, von 1960 bis 1962
  • Richard Hold, von 1963 bis 1972
  • Albert Gspan, von 1973 bis 1980
  • Prof. Dr. Karl Braito, von 1981 bis 2000
  • Ernst Ganglberger, seit 2000

Elf Obmänner nennt die Chronik:

  • Andreas Nairz, von 1953 bis 1958
  • Alfred Rauth, von 1958 bis 1959
  • Johann Neuner, von 1959 bis 1964
  • Alois Heis, von 1964 bis 1968
  • Josef Neuner, von 1968 bis 1970
  • Johann Neuner, von 1970 bis 1972
  • Bartl Klotz, von 1973 bis 1975
  • Hans Neuner, von 1976 bis 1984
  • Silvester Klotz, von 1984 bis 1993
  • Bruno Mair, von 1993 bis 2014
  • Matthias Nairz, seit 2014
Musikkapelle Leutasch, 1987
Musikkapelle Leutasch, 1987